ERP ist nicht nur Software – es ist eingekauftes Management-Wissen
Ein ERP-System ist kein Tool wie jedes andere. Es ist die digitale Abbildung eines funktionierenden Unternehmens. Produktionsprozesse, Lagerlogik, Stücklisten, Bestellungen, Kundenkommunikation, Reklamationen, Zeitbuchung – das alles ist da schon drin.
Wer früh mit ERP startet, kauft sich erprobte Prozesslogik gleich mit ein.
Gerade in der Anfangsphase hilft das enorm. Denn Gründer:innen haben meist:
- keine Kapazität für komplexe Abläufe,
- wenig Lust auf Doppelerfassungen,
- und oft auch keine Controller, die Fehlbestände erklären oder Durchlaufzeiten analysieren.
Ein gutes ERP-System hält diese Dinge im Hintergrund stabil, damit der Kopf frei bleibt für das, was zählt: Produkt, Markt, Kunden.
Früh starten spart doppelt: Zeit & Nerven
Späteinsteiger ins ERP – und davon sehen wir viele – müssen zunächst alte Zöpfe abschneiden:
- Excel-Logiken, die niemand mehr durchblickt
- Chaos-Artikelnummern
- Bestände, die im System nicht zur Realität passen
All das frisst Zeit, Geld – und Motivation.
Startups, die gleich systemisch denken, überspringen diese Phase.
Sie bauen auf einem Fundament, das mitwächst – statt später alles aufreißen zu müssen.
Ja, ein ERP lohnt sich auch für 2 Leute
Die häufigste Ausrede: „Wir sind doch noch viel zu klein.“
Aber klein heißt nicht einfach.
Selbst Zwei-Personen-Teams haben:
- Produkte mit Varianten
- Bauteile und Lieferzeiten
- Lagerregale, Packzettel, Rechnungen, Versand
Und oft keine Zeit, sich um alles parallel zu kümmern. Genau hier hilft ein gutes ERP – weil es nicht mehr Arbeit macht, sondern Arbeit abnimmt.
Checkliste: Wann ein Startup besser heute als morgen mit ERP startet
Wenn du drei oder mehr dieser Punkte mit ja beantwortest, ist es Zeit für ein ERP-System – bevor es schmerzt:
- Ihr produziert selbst oder lasst produzieren
- Ihr habt ein physisches Lager oder Versandzentrum
- Ihr verwendet Stücklisten oder Baugruppen
- Ihr habt Lieferanten und Einkaufsprozesse
- Ihr wollt Aufträge effizient abwickeln – ohne manuelle Doppelerfassung
- Ihr braucht belastbare Zahlen, um Investoren oder Behörden Auskunft zu geben
- Ihr arbeitet von verschiedenen Standorten oder Homeoffice
- Ihr wollt unabhängig bleiben von globalen Konzernen und proprietärer Software
- Ihr plant zu wachsen – und sucht Systeme, die mitwachsen
- Ihr wollt digitale Souveränität und volle Kontrolle über eure Daten
Fazit: Lieber jetzt Klarheit – als später Chaos
ERP klingt groß. Aber es kann ganz klein anfangen – modular, webbasiert, flexibel.
Es geht nicht darum, ein Riesenprojekt aufzusetzen. Sondern darum, von Anfang an professionell zu denken.
Denn wer mit System startet, hat mehr Freiheit – und weniger Ballast.
Und Freiheit ist vermutlich der Grund, warum du ein Startup gegründet hast.